Gesellschaftsrecht

Der Zusammenschluss mehrerer Personen zur gemeinsamen Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit führt aus juristischer Sicht zur Begründung gesellschaftsrechtlicher Beziehungen der Beteiligten untereinander.

Bedeutsam ist hier bereits die Wahl der für den jeweils geplanten Zusammenschluss am besten geeigneten Rechtsform. Hierbei spielen nicht nur steuerliche Aspekte eine Rolle, sondern auch Überlegungen zu Kompetenzverteilungen, Mitentscheidungsrechten, Einlageverpflichtungen und nicht zuletzt Haftungsfragen.

Weil oftmals steuerliche Aspekte zunächst im Vordergrund stehen, wenden sich viele Unternehmer auch bei gesellschaftsrechtlichen Fragen nur an ihren Steuerberater, ohne die dahinter stehende juristische Problematik zu erfassen. So kommt es beispielsweise oft vor, dass Gesellschafter einer Personengesellschaft meinen, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu betreiben, obwohl es sich Wirklichkeit um eine OHG handelt.

Viele Probleme zeigen sich in diesem Zusammenhang erst nach Eintritt einer Unternehmenskrise oder nach Entstehen von Streitigkeiten der Gesellschafter untereinander. Konflikte auf Gesellschafterebene sind in der Regel aber nur eine Frage der Zeit, da Spannungen bei der dauerhaften gemeinschaftlichen Ausübung einer unternehmerischen oder sonstigen Tätigkeit kaum vermeidbar sind.

Eine vorausschauende Gestaltung von Gesellschaftsverträgen kann in diesem Zusammenhang wichtiger sein, als der Abschluss eines Ehevertrages.

Besonders konfliktträchtig ist die Auseinandersetzungsproblematik im Falle des Ausscheidens eines Gesellschafters, sei es durch Kündigung oder Ausschließung.

Andere Probleme entstehen bei der Gründung oder beim Erwerb einer GmbH. Hier ist vor allem der Geschäftsführer Träger bestimmter gesetzlicher Verpflichtungen, die bei Nichtjuristen weitgehend unbekannt sind. Über das GmbH-Gesetz und über die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, aber auch des Bundesfinanzhofs bestehen für den GmbH-Geschäftsführer zudem erhebliche Haftungsgefahren, die insbesondere dann akut werden, wenn sich das Unternehmen in einer Krise befindet. Ein GmbH-Geschäftsführer sollte unbedingt einen Überblick über seine gesellschaftsrechtlichen Verpflichtungen haben, um sich vor bösen Überraschungen zu schützen.

Wenig bekannt und oftmals missachtet sind ferner die Regularien betreffend die Durchführung von Gesellschafterversammlungen. Hiermit befasst sich ausführlich ein Aufsatz von RA Dr. Wiester in der GmbH-Rundschau 2008, S. 189 ff. mit dem Titel: "Die Durchführung von Gesellschafterversammlungen bei der zerstrittenen Zweipersonen-GmbH", den wir Ihnen auf Anforderung gerne zusenden.

Die Kanzlei bjw Rechtsanwälte kann Sie auf dem Gebiet des Gesellschaftsrechts umfassend beraten und unterstützen.

Ihre Ansprechpartner:
Dr. Roland Wiester, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht