...dass der Insolvenzplan im Insolvenzverfahren umfassende Gestaltungsmöglichkeiten bietet, Altverbindlichkeiten zu restrukturieren und damit ein Krisenunternehmen, das im Kern gesund ist, nachhaltig zu sanieren?

Der Insolvenzplan (§§ 217 ff. InsO) in seiner Unterform als Sanierungsplan ist dabei insbesondere für ungesicherte Gläubiger eine attraktive Alternative zur Durchführung eines Regel-Insolvenzverfahrens, bei dem ihre Forderungen fast immer weitgehend entwertet werden. Die Durchschnittsquoten im Regelverfahren betragen 3-5% bei einer Verfahrensdauer von mindestens 3 Jahren. Durch einen Insolvenzplan erhalten die ungesicherten Gläubiger normalerweise die Aussicht, innerhalb dieses Zeitraums 50% des Forderungsnennbetrages oder mehr durch ratenweise Zahlungen zu erhalten. Auch auf den Rest müssen sie nicht verzichten; in der Regel genügt ein so genannter Rangrücktritt. Der Insolvenzplan bietet damit die Möglichkeit für Schuldner und ungesicherte Gläubiger, eine Insolvenz allseitig bestmöglich zu bewältigen. Im „Regelverfahren“ werden beide Seiten dagegen praktisch enteignet, und nur einem nützt es immer: dem Insolvenzverwalter. Das Prinzip eines Insolvenzplans ist einfach: Die Gläubiger werden in mindestens 2 Gruppen aufgeteilt (§ 222 InsO) und die Verbindlichkeiten dann in einem Restrukturierungsschema so umgestaltet, dass das Unternehmen den Kapitaldienst aus der laufenden Liquidität erbringen kann. Der Insolvenzplan muss dabei allerdings bestimmten Formalien entsprechen. Das Know-how zur Erstellung von Insolvenzplänen ist in der Kanzlei bjw vorhanden. Jedem Unternehmer, dessen Betrieb insolvenzbedroht ist, kann nur geraten werden, sich rechtzeitig über diese Möglichkeit zur Sanierung in der Insolvenz zu informieren.

Rechtsanwalt Dr. Roland Wiester steht zu weitergehenden Fragen gerne zu Ihrer Verfügung.