...dass der Geschäftsführer einer GmbH im Krisenfall einer haftungsträchtigen Insolvenzantragspflicht unterliegt?

Nach § 64 Abs. 1 GmbHG hat der Geschäftsführer spätestens 3 Wochen nach Feststellung der Insolvenzreife beim zuständigen Gericht einen Insolvenzantrag zu stellen, wenn bis dahin die Insolvenzreife nicht beseitigt wurde. Diese Dreiwochenfrist ist nicht verlängerbar, auch nicht bei aussichtsreichen Vergleichsgesprächen. Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) und Überschuldung (§ 19 InsO) liegen durch die Neufassung der Eröffnungsgründe durch die Insolvenzordnung viel früher vor, als man gemeinhin annimmt. Eine Unterdeckung an liquiden Mitteln von 10% im Verhältnis zu den fälligen Verbindlichkeiten reicht schon aus. Dabei hängt die Fälligkeit einer Verbindlichkeit nicht davon ab, dass der Gläubiger sie nachdrücklich einfordert. Eine eingetretene Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung lässt sich aber oft relativ einfach beseitigen. Bleibt der Geschäftsführer jedoch untätig, drohen schwerwiegende haftungsrechtliche und sogar strafrechtliche Konsequenzen (s. § 84 GmbHG).

Weiterführende Literatur: Wiester, Die GmbH in der Unternehmenskrise, Beck-Rechtsberater im dtv, 2006

Rechtsanwalt Dr. Roland Wiester steht zu weitergehenden Fragen gerne zu Ihrer Verfügung.